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Rebenproduktion im Jahresverlauf

Produktionsschritt 13 Mitte Juni

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Schnell werden die Zeilen grün und bald muß auch schon die erste Pflanzenschutzmaßnahme durchgeführt werden. In dieser Phase geht eine große Gefahr durch Spinnmilben oder angewehte Thripse von benachbarten Kulturen aus.

Ein Blick von oben auf die austreibenden Reben...

Das Hauptaugenmerk muß man in einer Rebschule auf die Rebenperonospora richten. Ihre Sporen haben es durch den kurzen Abstand vom Boden zum Blatt besonders leicht, bei einem Gewitterregen auf die Blattunterseite hochzuspritzen und in die Spaltöffnungen einzudringen. Zudem ist es in der Rheinebene morgens oft noch taunass, so dass die Infektionsbedingungen optimal sind.

In entsprechend kritischen Phasen muß in einer Rebschule wöchentlich gespritzt werden, um möglichst schnell auch das intensive zuwachsende Laubwerk zu schützen.

In Rebschulen müssen daher im Schnitt etwa doppelt soviele Spritzungen wie in einem "normalen" Weinberg durchgeführt werden.

Auch durch angewehte Getreideherbizide aus der Nachbarschaft besteht Gefahr, da die Reben gegen diese auch in geringsten Dosen sehr sensibel sind.

Lediglich die neuen pilztoleranten Rebsorten benötigen auch in der Rebschule etwa die Hälfte der sonst üblichen Behandlungen.

Sobald die ersten Kombinationen gut sichtbare Triebspitzen bekommen, können wir mit den ersten Bonituren beginnen. Die Triebspitzen zeigen erstens an, ob der Bestand sortenrein ist und zweitens kann man durch Auszählen von jeweils 100 Reben schon eine grobe Vorschätzung des späteren Anwuchsprozentsatzes vornehmen.

Das Ablaufen von über 100 km langen Zeilen und Kontrollieren der Sortenreinheit ist sehr anstrengend und kann oft nur stundenweise durchgeführt werden, um die Konzentration nicht zu verlieren.

Häufige Bodenbearbeitung verhindert Verdichtungen durch die schweren Schlepperspuren und beseitigt auflaufendes Unkraut.

Krähen und Störche freuen sich auch darüber...

Der Unkautbewuchs hängt deutlich von der Vorkultur ab.

Folgende Kulturen dürfen z.B. nicht im Jahr direkt vor einer Rebschulnutzung bestanden haben:

Spargel (Gefahr virusübertragender Nematoden), Mais (Gefahr von Herbizidrückständern), Erdbeeren (Hoher Druck durch Spinnmilben in den Erdbeeren), Kartoffeln (Gefahr der Übertragung von Kartoffelkrankheiten).

In dieser Zeit werden während der Bonituren auch etwaige Unterlagsausschläge entfernt. Es kommt vor, dass einzelne Augen der Unterlage nicht komplett geblendet wurden. Die daraus entstehenden Triebe müssen unbedingt ausgebrochen werden, weil sonst das starke Wachstum dieser Unterlagstriebe die darauf veredelten Edelreiser abstößt.

Während dieser Phase ist auch im Büro viel Arbeit, um die ganzen Daten mit Behörden und Züchtern abzugleichen und zu melden. Denn für jede veredelte Rebe werden von den Züchtern der jeweiligen Sorten und -klone sogenannte "Lizenzgebühren" erhoben und im Laufe des Sommers berechnet.

Übrigens haben alle unsere Schlepperfahrer zuerst in den flachen Rebschulen das Fahren gelernt, bevor sie zum ersten Mal in unsere Hang- und Steillagen der Bergstrasse durften ;-) Somit ist unsere Rebschule zugleich eine Fahrschule...

Ebenfalls in dieser Phase ist eine Tätigkeit wichtig, ohne die heutzutage keine Reben mehr heranzuziehen sind. Ein Mitarbeiter hat ständig damit zu tun, die Bewässerung auf den verschiedenen Rebschulen zu überwachen, Schläuche zu flicken und die Pumpleitungen an und abzubauen. Während das vor 20 jahren noch gar nicht nötig war ist diese tägliche Arbeit durch den Klimawandel neu hinzugekommen.

Selten hat man Zeit die Schönheit der Landschaft zu genießen...

 

Hinweis zur Website traubenshow.de  Dieses Angebot richtet sich ausschließlich an Gewerbetreibende (B2B), nicht an Endverbraucher.
 
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