Das RCg1-Gen (oft auch als Locus bezeichnet) ist ein spezifisches Gen bei Weinreben, das für die Resistenz gegen die Mauke (Crown Gall), eine durch das Bakterium Allorhizobium vitis (früher Agrobacterium vitis) verursachte Krankheit, verantwortlich ist. Da das Gen ursprünglich aus der asiatischen Wildrebe Vitis amurensis stammt, tragen vor allem Sorten mit diesem genetischen Hintergrund das Gen.
Hier sind die wichtigsten Fakten zu diesem Gen:
- Funktion: Es verleiht der Rebe eine natürliche Abwehr gegen die Bildung von Tumoren (Gallen) am Stamm, die normalerweise durch bakterielle Infektionen an Wundstellen (z. B. nach Frostschäden) entstehen.
- Herkunft: Das Gen wurde ursprünglich in der asiatischen Wildrebe Vitis amurensis identifiziert. Von dort wurde es durch Kreuzungszüchtung in Kulturreben (Vitis vinifera) eingebracht.
- Genetik: Die Resistenz wird als einzelnes, dominantes Merkmal nach den Mendelschen Regeln vererbt. Dies macht es zu einem wertvollen Werkzeug für die Rebenzüchtung, um neue, widerstandsfähige Sorten zu entwickeln.
- Bedeutung: Da es gegen die Mauke bisher keine wirksame chemische Heilung gibt, ist die genetische Resistenz durch Loci wie RCg1 die wichtigste Strategie für einen nachhaltigen Weinbau in frostgefährdeten Gebieten.
- Die Sorte „Kozma 20“ ist das bekannteste Beispiel mit diesem Gen und gilt als eine der wichtigsten Quellen für dieses Gen in der modernen Züchtung. Sie wird oft als Kreuzungspartner verwendet, um die Mauke-Resistenz an neue Generationen weiterzugeben. Das Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof arbeitet intensiv mit diesem Gen. Viele der dort entwickelten Zuchtstämme (die noch keine klangvollen Namen, sondern Nummern tragen) enthalten das RCg1-Gen. Diese dienen als "Eltern" für die nächste Generation von Marktsorten.