Goldmuskateller

Seit dem 20. Februar 2017 sind die Rebsorten Goldmuskateller und Rosenmuskateller vom Bundessortenamt saatgutrechtlich zugelassen. Damit werden diese Sorten auch in den meisten Anbaugebieten für die Herstellung von Qualitätswein zugelassen. Für ihren Anbau ist kein Versuchsantrag mehr zu stellen und die Pflanzfläche ist nicht mehr begrenzt. Für Betriebe, die diese Rebsorten im Rahmen eines Anbaueignungsversuchs gepflanzt haben, entfallen ab dem Erntejahr 2017 alle mit der Versuchsgenehmigung verbundenen Auflagen.

Die Weißweinsorte Moscato Giallo o. auch Goldmuskateller ist eine autochthone Sorte Italiens. Es könnte sich dabei um die früher bekannte Sorte Moscato Sirio handeln. Sie ist eine der zahlreichen Reben, die zur großen Familie der Muskateller zählen. Ihr Anbau ist in den Provinzen Bozen und Trento empfohlen. Gut möglich, dass schon die Römer den Goldmuskateller nach Südtirol brachten, als sie 15 v.Chr. in die Täler vorstießen, die damals zum antiken Rätien gehörten. Gemäß im Jahre 2001 erfolgten DNA-Analysen ist Muscat Blanc ein Elter, der zweite ist aber unbekannt. Heute wird die Sorte in warmen Lagen des Etschtals zwischen Salurn und Meran kultiviert. Zugelassen ist sie darüber hinaus in den Provinzen Padua, Verona, Görz, Pordenone und Udine sowie der Metropolitanstadt Palermo. Im Jahr 1999 betrug die bestockte Rebfläche ca. 265 Hektar. In Deutschland war die Sorte zunächst nur als Versuchspflanzung erlaubt. Am 20.2.2017 wurde sie vom Bundessortenamt zugelassen. Die Fläche betrug vorerst wenige Hektar, die jedoch erheblich ansteigende Tendenz haben u.a. an der Hessischen Bergstrasse. Die gewonnenen Qualitäten sind vielversprechend, so dass einige Betriebe dem Goldmuskateller in Zukunft gute Chancen einräumen. Synonyme: Moscatel, Moscato, Moscato Sirio und (jedoch irrtümlich) Moscato Fior d’Arancio (siehe diesbezüglich die Sorte Muscat fleur d’oranger).

 

Die Sorte ist sehr wuchskräftig. Die Traube ist länglich und hat große runde Beeren, die locker zusammenhängen. Die Farbe der Beeren erinnert an den daraus entstehenden Wein, sie ist goldgelb glänzend. Der Goldmuskateller ist als Traube schon ein Genuss, seine Süße ist legendär, sein Geschmack und Geruch nach Muskatnuss bekannt.

Die spätreifende Sorte ist anfällig gegen die Chlorose und Schwarzfleckenkrankheit. Dagegen erweist sich Goldmuskateller im Vergleich zum Gelben Muskateller als etwas fäulnisfester, da die Traube lockerbeerig und die Beerenhaut dickschalig ist. Die umfangreiche Klonselektion der letzten Jahre hat zur Zulassung von mehreren Klonen geführt. Das Ertragsniveau ist meist hoch.

 

Vom Geschmacksbild besitzt die Sorte eine ausgeprägte fruchtige Muskatnote nahezu identisch dem Gelben Muskateller aber bei einer meist erfrischenden rassigen Säurestruktur. Die Weine werden sowohl trocken als auch mit Restsüsse ausgebaut. Mit seinem angenehmen Muskatduft und dem ausgeprägt süßen Geschmack ist der Goldmuskateller ein beliebter Dessertwein und ein perfekter Aperitifwein, wenn er trocken ausgebaut wird. Zur aromatischen Muskatnuss gesellen sich als Geschmack noch Zitrusfrüchte, Pfirsich, Zitronenmelisse und gebratene Äpfel hinzu.

Er ist auch ideal für Seccos oder Sekte geeignet.

Auf Grund der sehr späten Holzreife (deutlich nach Riesling) darf der Goldmuskateller in Deutschland nur in spät- und frühfrostfreie Lagen gepflanzt werden. Eine Ertragsregulierung wird empfohlen, da er zu sehr hohen Erträge neigt.

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